konzepte & ideen



Pädagogisch Handeln durch Kunst

Ich möchte also die traditionelle Ansicht, dass Kunst ein Mittel der Selbstdarstellung ist,

durch die Auffassung ersetzen, dass sie ein Weg zur Selbsterneuerung ist, und zwar ist das,

was erneuert wird, die geistige Einstellung - auf durchaus vielschichtige und nicht zu antizipierende

Weise, sowohl auf Seiten des Produzenten als auch des Rezipienten.


(F. Reich nach J. Cage)



Künstlerisch pädagogisch Handeln

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Dass Kunst viel mehr ist als das durch sie Dargesellte und auf der subjektiv-ästhetischen Ebene Unvorhersehbares bewirken kann, macht für mich jede künsterlische Handlung zu einer vermittelnden, pädagogischen Tätigkeit. Daher lautet mein Anspruch an die Tätigkeit als Musiker, das Wirken nicht in künstlerische und pädagogische Aspekte einzuteilen, sondern diese vielmehr zu vereinen, so sehr sie sich auch auszuschließen scheinen.

Unter dieser Prämisse initiierte und leitet ich mehrere Ensembles, die jeweils in unterschiedlicher Weise durch ein künstlerisch-pädagogisches Konzept gekennzeichnet sind: das Crossover-Ensemble Freiburg beispielsweise verbindet Klassik mit Pop und setzt auf außergewöhnliche Besetzungen, im Bezirksauswahlensemble EM-FR-MÜ können sich AmateurbläserInnen auf hohem Niveau im Solospiel versuchen und das Blechbläserquintett Quintonation verbindet professionelles Ensemblespiel mit musikpädagogischen Konzepten in Musikvereinen, Schulen und Kindergärten. Meine Idee eines Solo-Repertoire-Orchesters soll Musikstudierenden die Gelegenheit bieten, ihre jeweiligen Solokonzerte mit Orchesterbegleitung zu musizieren und dadurch noch besser kennen zu lernen.

Auch ein groß angelegter musikalischer Flashmob in einem Freiburger Einkaufszentrum, bei welchem Studierende, Lehrende und Verwaltende der Musikhochschule Freiburg auf Initiative und unter meiner Leitung spontan die erste Kantate des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach musizierten, stellt meine Haltung dar, durch musikalisch-künstlerisches Tun stets vermittelnd wirksam zu sein.



Instrumentalist < Musiker < Künstler

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Ferner ist mein musikalisches Wirken bestimmt durch den Blick auf das Umfassende. So sollen ganzheitliche Musiker anstelle von Instrumentalisten ausgebildet werden, wobei die sogenannnten allgemeinmusikalischen Inhalte unmittelbar mit der Instrumentalausbildung einhergehen sollen.

(Die Problematik, die ein solcher Ansatz insbesondere hinsichtlich der Probespiele für Orchester in sich birgt, sei an dieser nicht unerwähnt, soll jedoch nicht eingehender diskutiert werden. Gerade beim Probespiel werden optimal ausgebildete Instrumentalisten gefordert. Dies jedoch wird an anderer Stelle ausführlicher thematisiert.)

Biografisch bedingt musizierte ich von Anfang an instrumentenübergreifend: als einziger Blechbläser in einem kirchenmusikalischen Elternhaus wuchs ich im Ensemblespiel mit meinen sechs Geschwistern kammermusikalisch und mit einem geradezu angeborenen Interesse an anderen Instrumentalgruppen auf.

Nicht zuletzt Prof. Anthony Plog, mein langjähriger Trompetenlehrer und inspirierendes Vorbild in vielerlei Hinsicht, prägte mich hierin weiter, beispielsweise durch Meisterklassen bei fachfremden Lehrpersonen, wodurch wir als Trompetenstudierenden Unterricht bei Professoren für Violine, Violoncello, Klavier und Gesang erhielten. Dieser Einfluss macht sich heute in besonderer Weise gegenüber meinen SchülerInnen bemerkbar.